Meschede/Aeishen & Kolleg*innen
Gemeinschaftspraxis für Urologie
Andrologie,
medikamentöse Tumortherapie
Wittener Straße 40
44575 Castrop-Rauxel
Telefon
02305 / 43427
oder
02305 / 24602
Die Öffnungszeiten der Praxis
Mo: 08:00 - 11:30 Uhr und 14:00 - 16:30 Uhr
Di: 08:00 - 11:30 Uhr und 15:00 - 17:30 Uhr
Mi: 08:00 - 11:30 Uhr Nachmittags geschlossen
Do: 08:00 - 17:30 Uhr
Fr: 08:00 - 14:30 Uhr
Mitgliedschaften
- deutsche Krebsgesellschaft
- deutsche Gesellschaft für Urologie
- deutsche Gesellschaft für Andrologie
- onkolog. Arbeitskreis Emscher-Lippe
- europäische Gesellschaft für Urologie (EAU)
- nordrhein-westfälische Gesellschaft für Urologie
Unsere Fachgebiete
Andrologie
Andrologie lässt sich wörtlich als „Männerheilkunde“ übersetzen. Dieses Spezialgebiet der Medizin befasst sich unter anderem mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes (Kinderwunsch, Fruchtbarkeits-Check), sowie Hormon- und Potenzstörungen.
Ebenfalls in diesen Bereich fällt die Anti-Aging Medizin. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Beeinflussung von Alterungsprozessen, die Prävention und Vermeidung von altersbedingten Erkrankungen und den Erhalt von Vitalität und Leistungsfähigkeit.

Infektiologie
Die Infektiologie befasst sich mit Erkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Protozoen, Parasiten oder auch durch Pilze hervorgerufen werden können.
Weitere Informationen zum Fachgebiet
Die Infektiologie befasst sich mit Erkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Protozoen, Parasiten oder auch durch Pilze hervorgerufen werden können. Im urologischen Fachbereich sind vor allen Dingen die Blase und Harnröhre sowie Harnleiter, das Nierenbecken und die Niere selber, sowie Prostata, Nebenhoden und Hoden betroffen. Einen wichtigen Stellenwert nehmen auch sexuell übertragbare Infektionen ein.
Im Folgenden haben wir für sie einige Erkrankungen näher erläutert:
Blasenentzündung (Zystitis)
Eine Zystitis ist eine akute Entzündung der Harnblase. Die Erkrankung tritt überwiegend bei Frauen auf. Meist handelt es sich um eine über die Harnröhre aufsteigende Infektion mit Haut- oder Darmkeimen (z.B. E. coli, Enterokokken, Staphylokokken). Beim Mann liegt meistens eine Harntransportstörung zugrunde. Typische Beschwerden sind Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin sowie Schmerzen im Unterbauch. Zur Diagnostik erfolgt eine Urinuntersuchung mit der Anlage einer Urinkultur zum Erregernachweis. Zusätzlich erfolgt eine Ultraschalluntersuchung, um komplizierende Begleitumstände auszuschließen (Harnstransportstörung, Harnsteine usw.). Bei rezidivierenden Blasenentzündungen erfolgt eine weiterführende Diagnostik mit ggf. Blasenspiegelung, Uroflowmetrie (Blasendruckmessung) und Röntgenuntersuchung. Zur Therapie werden gezielt (nach Urinkultur und Antibiogramm) Antibiotika eingesetzt und die Patienten werden angehalten, viel zu trinken. Bei rezidivierenden Infekten ist ggf. eine Langzeitprophylaxe notwendig. Eine Immuntherapie zur Stärkung der köpereigenen Abwehr kann ebenfalls versucht werden.
Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
Eine Pyelonephritis ist eine Entzündung des Nierenbeckens und nachfolgend des Nierenparenchyms (Nierengewebe). Auch hier sind vornehmlich Frauen betroffen. Meistens gelangen die Erreger aufsteigend von der Blase über den Harnleiter zur Niere. Seltener sind hämatogene Infektionen, hier gelangen die Erreger auf dem Blutwege zur Niere. Typische Beschwerden sind Flanken oder Rückenschmerzen, Fieber und Schüttelfrost sowie eine häufig begleitende Blasenentzündung (Symptomatik siehe oben). Therapie und Diagnostik sind ähnlich wie bei einer Blasenentzündung. Wichtig ist es, komplizierende Veränderungen oder Erkrankungen des Harnwegsystems frühzeitig zu erkennen, um chronische Verläufe oder eine bleibende Nierenschädigung zu verhindern.
Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis)
Eine Prostatitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Vorsteherdrüse. Es werden verschiedene Formen unterschieden.
- akute bakterielle Prostatitis
- chronisch bakterielle Prostatitis
- abakterielle Prostatitis (ohne Erregernachweis)
- chronisches Beckenschmerzsyndrom (Prostatodynie)
Bei der akuten bakteriellen Prostatitis gelangen die Erreger über die Blutbahn oder aufsteigend über die Harnröhre in die Prostata. Begünstigend wirken hier Störungen des Harnflusses (z.B. gutartige Prostatavergrößerung, Harnröhrenengen), da durch den erhöhten Druck beim Wasserlassen Urin in die prostatischen Gänge hineingepresst wird.
Typische Beschwerden sind Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie), häufiges Wasserlassen (Pollakisurie), Schmerzen in der Dammgegend und Schmerzen beim Stuhlgang.
Die Symptome der chronischen abakteriellen sowie bakteriellen Prostatitis oder dem chronischen Beckenschmerzsyndrom sind dagegen uncharakteristisch. Die Patienten können unter Schmerzen in der Dammregion, Missempfindungen in der Genitalgegend oder an Störungen der Sexualfunktion (z.B. Schmerzen beim Beischlaf, verfrühter oder verspäteter Samenerguss, Erektionsstörungen, Libidoverlust) leiden.
Die Diagnostik einer akuten bakteriellen Prostatitis stützt sich auf die charakteristischen Beschwerden. Es zeigt sich eine druckschmerzhafte, überwärmte, geschwollene Prostata. Zum Ausschluss eines Prostataabszesses (abgekapselte Eiteransammlung) sollte eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Bei der Urinuntersuchung finden sich Entzündungszellen (Leukozyten) und Bakterien.
Bei der chronischen Prostatitis ist der rektale Tastbefund oft unauffällig. Wichtig ist die Unterscheidung, ob es sich um eine chronisch bakterielle oder abakterielle Prostatitis handelt. Hier können Spermakulturen oder Urinuntersuchungen nach Prostatamassage hilfreich sein (Vier-Gläser-Probe). Um Störungen im Urogenitalsystem zu erkennen, sollte neben einer Blutbilduntersuchung und einer sorgfältigen Ultraschalluntersuchung, eine Uroflowmetrie (Harnstrahlmessung) erfolgen.
Beim chronischen Beckenschmerzsyndrom lassen sich keine organischen Ursachen der Beschwerden und keine Entzündungszeichen feststellen.
Therapeutisch ergeben je nach Diagnose die folgenden Optionen:
Bei der akuten bakteriellen Prostatitis werden Antibiotika verabreicht. Die Dauer der Einnahme sollte mindestens 4 Wochen betragen, um der Entwicklung einer chronischen bakteriellen Prostatitis vorzubeugen. Zusätzlich empfiehlt sich eine schmerz- und entzündungshemmende Therapie. Bei deutlicher Restharnbildung (unvollständige Blasenentleerung) ist eine Harnableitung mittels Bauchdeckenkatheter erforderlich.
Ein Prostataabszess muss operativ saniert werden (z.B. durch Punktion). Die Eiteransammlung muss in jedem Fall entfernt werden, da es sich um einen abgekapselten Prozess handelt und somit eine alleinige antibiotische Therapie nicht ausreichend ist.
Bei der chronischen bakteriellen Prostatitis erfolgt eine antibiotische Langzeittherapie (3-6 Monate), ggf. in Kombination mit einem Alphablocker (Herabsetzung des Druckes beim Wasserlassen).
Bei der abakteriellen Prostatitis und dem chronischen Beckenschmerzsyndrom (Prostatodynie) gibt es bisher keine ursächliche Therapie. Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern. Dazu empfehlen sich Sitzbäder, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, Anticholinergika oder Alphablocker.
Bei vielen Patienten ist die Ursache der Beschwerden ein psychosomatisches Leiden, das sich im Unterbauch und der Prostata manifestiert. Ursächlich sind oft Stress, Konflikte in der Partnerschaft und Sexualprobleme. Zur Therapie empfiehlt sich Psychotherapie, Stressreduktion und Biofeedback (Körpervorgänge bewusst machen und willentlich kontrollieren).
Nebenhodenentzündung (Epididymitis)
Die akute Nebenhodenentzündung ist die häufigste Ursache einer akuten Hodenschwellung. Während bei Kindern oftmals eine Hodentorsion (Verdrehung des Hoden mit resultierender Durchblutungsstörung) ursächlich für die Schwellung ist, handelt es sich mit zunehmendem Alter meist um Nebenhodenentzündung.
Die Ursache der Epididymitis ist in den meisten Fällen eine Harnwegsinfektion. Keime gelangen über die Harnröhre und den Samenleiter zum Nebenhoden. Fördernd wirken auch hier Störungen im Harnfluss (Prostatavergrößerungen, Harnröhrenverengungen), starkes Pressen z.B. beim Stuhlgang oder eingelegte Blasenkatheter. Auch erregerfreier Urin kann eine entzündliche Reaktion des Nebenhodens hervorrufen.
Typisch ist eine schmerzhafte Schwellung mit Überwärmung und Rötung im Bereich des Hodens. Fieber und eine Begleithydrozele (Wasseransammlung im Bereich der Hodenhüllen) können ebenfalls vorkommen. Bei starker Entzündung ist der Nebenhoden nicht mehr vom Hoden abgrenzbar.
Zur Diagnostik empfiehlt sich eine genaue Anamneseerhebung (Krankengeschichte), eine gründliche körperliche Untersuchung, Urin- und Blutuntersuchungen und ggf. Harnröhrenabstriche. Eine Ultraschall- und Farbduplexuntersuchung wird durchgeführt, um Durchblutungsstörungen oder Abszedierungen (abgekapselte Eiteransammlung) zu erkennen. Um eine Störung des Harnflusses zu detektieren sollten eine Uroflowmetrie (Harnflussmessung) und eine Restharnmessung erfolgen.
Nach Diagnosesicherung sollte eine erregerspezifische Antibiotikatherapie in Kombination mit einem schmerz- und entzündungshemmenden Medikament eingeleitet werden. Zusätzlich sollte eine Hochlagerung und Kühlung des Hodens erfolgen. Bei Restharnbildung empfiehlt sich die Anlage eines Bauchdeckenkatheters.
Bei ausgeprägtem Infekt oder einer Abszedierung kann eine operative Therapie mit Abszessausräumung und Nebenhodenentfernung notwendig sein.
Sexuell übertragbare Erkrankungen
International werden folgende Krankheiten zu den sexuell übertragbaren Krankheiten gezählt:
Syphilis (Lues), Gonorrhö (Tripper), Ulcus molle, Lymphogranuloma venerum, Infektion mit Chlamydien, Granuloma inguinale, Herpes genitalis, Condylomata acuminata (Feigwarzen), Molluscum contagiosum (Dellwarzen), Hepatitis B und C, Kandidosen (Pilzerkrankungen), Zytomegalievirusinfektionen, Trichomonadeninfektionen, Parasitosen (z.B. Filzläuse), Krankheiten durch das HI-Virus
Auf folgende Krankheiten wollen wir näher eingehen:
Syphilis (Lues, harter Schanker)
Gonorrhö (Tripper)
Ulcus molle (weicher Schanker)
Harnsteinleiden
Diagnostik und Therapie, ambulante Stosswellentherapie.
Weitere Informationen zum Fachgebiet
5-10% aller Menschen bilden im Laufe ihres Lebens Nierensteine aus, mit steigenden Zahlen vor allem in den westlichen Industrieländern. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 40. bis 50. Lebensjahr, mit zunehmendem Auftreten bereits in jüngeren Jahren. 70% entwickeln Rezidive (erneutes Auftreten) innerhalb von 10 Jahren.
Was sind Nierensteine und was machen sie für Probleme?
Bei zunehmender Konzentration gelöster Substanzen kommt es im Urin zur Kristall- und Steinbildung. Diese Komplexe können im Laufe der Zeit immer weiter anwachsen und im Extremfall das ganze Nierenbecken ausfüllen (mit Einschränkung der Nierenfunktion). Solange sie sich in den Nieren befinden, verursachen sie keine Beschwerden. Beschwerden treten erst auf, wenn sie sich lösen und den Harnleiter verstopfen, dann hat man das sehr schmerzhafte Krankheitsbild einer akuten Nierenkolik (stärkste kolikartige Flankenschmerzen, Rückenschmerzen, Unterbauchbeschwerden mit Ausstrahlung in den Genitalbereich z. T. mit Übelkeit und Erbrechen). Chronische Verläufe gehen oft mit einem Druck in der Nierengegend einher und können zu bakteriellen Infektionen und weiteren Komplikationen wie Urosepsis („Blutvergiftung“) und Zerstörung von Nierengewebe führen (Schrumpfnieren).
Die häufigsten Nierensteine sind Ablagerungen aus Kalziumsalzen. Weitere Ablagerungen bestehen aus Harnsäure, Magnesium-Ammonium-Phosphat oder Zystin.
Was begünstigt das Entstehen von Nierensteinen?
Über- und Fehlernährung, mangelnde Flüssigkeitsaufnahme (vor allem im Sommer oder bei körperlicher Betätigung), Bewegungsmangel, anatomische Veränderungen des Harntraktes, Stoffwechseldefekte, bestimmte Medikamente, entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn), Dünndarmresektionen.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Ultraschalluntersuchung, Urinuntersuchung (oft Blut im Urin), Kontrastmitteluntersuchung des Harntraktes.
Wie werden Nierensteine behandelt?
Die Art der Therapie hängt von der Steinlage, der Steingröße und der Steinart ab.
Bei einer akuten Nierenkolik erfolgt zunächst eine ausreichende schmerz- und krampflösende Therapie. Zur Förderung eines spontanen Steinabganges werden die Patienten angehalten sich viel zu bewegen (vor allem Hüpfen und Springen) und viel zu trinken, um einen spontanen Steinabgang zu fördern. Bei starken Koliken und persistierenden Schmerzen oder beginnender Urosepsis kann die Einlage einer Harnleiterschiene erforderlich werden.
Ist ein spontaner Steinabgang nicht möglich, können folgende Methoden angewendet werden.
Bei Harnleitersteinen ist die Methode abhängig von der Steinlage:
Bei Harnsteinen, die in Nähe der Blase lokalisiert sind greift man meistens zur ureteroskopischen Steinentfernung (URS). Hierbei wird ein optisches Instrument über die Harnröhre unter Sicht in die Blase und dann über die Harnleitermündung in den Harnleiter eingeführt. Über einen Arbeitskanal können Geräte zur Zertrümmerung und Entfernung des Steines eingebracht werden.
Eine weitere Möglichkeit ist die Stoßwellentherapie. Hierbei wird der Stein mittels Röntgen oder Ultraschall geortet und dann mittels Stoßwelle zertrümmert. Dieses Verfahren ist auch geeignet Nierensteine, (bei frühzeitiger Entdeckung) bereits in der Niere zu zertrümmern.
Größere Steine in der Niere werden mittels perkutaner Nephrolitholapaxie (PCNL) entfernt. Mit Hilfe einer Punktionsnadel wird ultraschallgesteuert ein dünner Kanal von außen in die Niere gebohrt. Über diesen Kanal wird dann ein optisches Instrument eingeführt und der Stein unter Sicht zerkleinert und entfernt.
Harnsäuresteine können unter Umständen medikamentös (Litholyse) durch eine Harnalkalisierung aufgelöst werden.
Nur noch in Ausnahmefällen müssen Steine über eine offene Operation entfernt werden.
Was kann der Patient zur Vorbeugung von Nierensteinen tun?
Gewichtsnormalisierung, körperliche Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr (vor allem bei körperlicher Betätigung und starkem Schwitzen) ,fettarme, fleischarme und kochsalzarme Ernährung sowie wenig Alkohol, Kaffee und Tee. Essen Sie verstärkt Früchte und Gemüse, da diese Substanzen enthalten, die eine Steinbildung hemmen. Zusätzlich empfiehlt sch eine Harnalkalisierung (außer bei Infektsteinen) mit z.B. Zitrussäften.
Bei Kalziumhaltigen Steinen sollte eine übermäßige Aufnahme von Oxalat (Rhabarber, Schokolade) und Kalzium (Milch, Käse, Joghurt) vermieden werden.
Bei Harnsäuresteinen ist eine purinarme Kost anzustreben. Deshalb ist der Verzehr von Innereien (Leber, Herz, Niere), von Fischen (Sardellen, Salzheringe, Sardinen), von Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen, Erbsen) sowie Kohl und Rosenkohl stark einzuschränken.
Bei speziellen Steinarten (z.B. Zystinsteinen) kann eine besondere Diät und medikamentöse Therapie erforderlich sein.
Leider können Harnsteine (siehe oben) immer wieder auftreten, durch eine gezielte Vorbeugung bzw. Therapie kann die Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich gesenkt werden.

Kinderurologie
Z.B. Einnässen, Phimose, Hodenhochstand, Reflux.
Weitere Informationen zum Fachgebiet
Können denn Kinder auch schon urologische Beschwerden haben?
Kinderurologie und Urologie befassen sich natürlich mit den gleichen Organ- systemen.
Dieses bedeutet jedoch keineswegs Erwachsenenurologie im Kleinen, vielmehr haben Kinder im Laufe ihrer Entwicklung Störungen und Verzögerungen, die zu vielfältigen altersspezifischen Krankheitsbildern führen. Im Folgenden möchten wir einige wichtige Erkrankungen vorstellen.
Erkrankungen des oberen Harntraktes (Niere und Harnleiter)
Hierzu zählen u.a. Doppelnierenanlagen und Harnleiterveränderungen. Veränderungen der Harnleiter umfassen Erweiterungen (Megaureter) oder Verengungen (Ureterstenosen), sowie Fehlmündungen der Harnleiter. Des Weiteren kann es auch zu einem gestörten Verschlussmechanismus zwischen Blase und Harnleiter (vesikoureteraler Reflux) kommen, was gehäuft zu Harnwegsinfektionen führt.
Erkrankungen des unteren Harntraktes (Blase oder Harnröhre)
Dazu gehören Fehlbildungen im Bereich der Blase (z.B. Blasenekstrophie, Blasendivertikel) oder Harnröhre (z.B. Harnröhrenklappen, Hypospadie und Epispadie), aber auch Störungen in der Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane (intersexuelles Genital).
Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane
Darunter fallen akute Erkrankungen im Bereich des Hodens, wie die akute Hodentorsion (Verdrehung des Hodens mit resultierender Minderdurchblutung) die einer schnellen operativen Intervention bedarf, aber auch Krampfaderbildungen (Varikozele), Leistenbrüche (offener Processus vaginalis peritonaei) und natürlich Verengungen (Phimose) oder Verklebungen im Bereich der Vorhaut (Präputialverklebungen).
Funktionelle Störungen
Unter die funktionellen Störungen im Kindesalter fallen das nächtliche Einnässen (Enuresis) aber auch jedwede andere Störungen der Speicher und Entleerungsfunktion der Harnblase (neurogene Blasenfunktionsstörungen).
Tumore
Zu den malignen Erkrankungsbildern gehören zum Beispiel Hodentumore, Neubildungen im Bereich der Nieren (z.B. Wilmstumor) oder auch anderen Geweben (z.B. Rhabdomysarkom).
Naturheilverfahren
Alternative Behandlungsverfahren insbesondere bei Blasen- und Prostataerkrankungen.
Weitere Informationen
Alternative Behandlungsverfahren nehmen einen festen Platz in der Therapie und Behandlung unserer Patienten ein. Sie stellen eine oft wirksame und nebenwirkumsarme Alternative zur klassischen Schulmedizin dar. Besondere Berücksichtigung finden sie in der Therapie von entzündlichen Erkrankungen der Urogenitalorgane, bei Prostataerkrankungen, Harnsteinerkrankungen sowie in der Prävention und Therapie von Krebserkrankungen.

Onkologie
Ambulante medikamentöse Tumortherapie bei Nieren,Blasen und Prostatakrebs.
Weitere Informationen zum Fachgebiet
Die Onkologie ist der Zweig der Medizin, der sich gezielt und spezialisiert mit bösartigen Erkrankungen (Krebs) befasst. Einen Schwerpunkt unserer Praxis bilden die Krebsfrüherkennung, die Therapie (z.B. ambulante Chemotherapie) und die Nachsorge von malignen (bösartigen) Erkrankungen.
Die wichtigsten Tumorerkrankungen im urologischen Fachgebiet sind:
- bösartige Veränderungen der Prostata
- Tumorerkrankungen der Harnblase, des Harnleiters oder der Harnröhre
- Erkrankungen der Nieren und Nebennieren
- Hodentumoren
- bösartige Veränderungen des Penis
- urologische Tumoren im Kindesalter
Auf folgende Tumorerkrankungen wollen wir näher eingehen:
Prostatakarzinom
Bei klinischem Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms – etwa aufgrund eines suspekten digitalen rektalen Tastbefundes, auffälliger sonographischer Befunde oder eines pathologisch erhöhten PSA-Wertes (Prostataspezifisches Antigen) – erfolgt die Diagnosesicherung regelmäßig mittels histologischer Untersuchung durch Prostatastanzbiopsie.
In der gegenwärtigen klinischen Praxis wird allen Patienten mit begründetem Karzinomverdacht im Regelfall zunächst eine multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) der Prostata angeboten. Diese bildgebende Diagnostik dient der genaueren anatomischen und funktionellen Darstellung suspekter Areale innerhalb des Prostatagewebes und erlaubt eine differenzierte Risikoabschätzung hinsichtlich einer möglichen Malignität.
Basierend auf den Ergebnissen der MRT-Untersuchung erfolgt – sofern ein entsprechender Verdachtsmoment durch die Bildgebung erhärtet wird – in einem zweiten Schritt die Durchführung einer sonographisch gesteuerten Fusionsbiopsie. Hierbei werden die im MRT identifizierten suspekten Läsionen mit den in Echtzeit erhobenen transrektalen Ultraschallbildern fusioniert, um eine gezielte und hochpräzise Gewebeentnahme zu ermöglichen.
Die sich an die Diagnostik anschließende therapeutische Entscheidung wird auf Grundlage einer individuellen Risikobewertung getroffen. Hierbei sind insbesondere das biologische Alter sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, das klinische und bildgebende Tumorstadium (TNM-Klassifikation), der Gleason-Score bzw. ISUP-Grad sowie weitere histopathologische Merkmale von maßgeblicher Bedeutung.
Therapie:
In Abhängigkeit dieser Parameter kann das therapeutische Vorgehen ein aktives Überwachungsverfahren („active surveillance“), eine kurative radikale Prostatektomie, eine Strahlentherapie oder – in fortgeschrittenen Fällen – eine systemische Therapie umfassen. Die Auswahl der Therapieform erfolgt dabei stets leitliniengerecht unter Abwägung der medizinischen Notwendigkeit sowie der individuellen Patientenpräferenzen im Rahmen eines interdisziplinären onkologischen Konsils.
Harnblasenkarzinom (Harnblasenkrebs)
Etwa 90% der Harnblasenkarzinome sind Urothelkarzinome und entwickeln sich ausgehend vom Deckgewebe der Blase (Urothel). Seltener sind Plattenepithel- und Adenokarzinome. Das Harnblasenkarzinom zählt zu den häufigsten Krebsarten. Männer erkranken dreimal häufiger als Frauen. Erkrankungen treten gehäuft ab dem 40. Lebensjahr auf und haben ihr Maximum im 6. und 7. Lebensjahrzehnt. Die wichtigsten Risikofaktoren sind der Zigarettenkonsum, der berufliche Kontakt mit Schadstoffen (aromatische Amine) und der Gebrauch bestimmter Medikamente (Cyclophosphamid, Phenacetin).
Die typischen Leitsymptome sind eine schmerzlose Makrohämaturie (sichtbare Blutabgänge mit dem Urin), oder eine mittels Teststäbchen nachgewiesene Mikrohämaturie (nicht sichtbare Blutbeimengungen). Bei größeren Tumoren und fortgeschrittenen Erkrankungen können auch Beschwerden beim Wasserlassen, Flankenschmerzen, Blutarmut und eine Gewichtsabnahme hinzutreten.
Entscheidend für die Diagnostik ist die Durchführung einer Blasenspiegelung (Zystoskopie). Zur Abklärung des oberen Harntraktes (Harnleiter, Nierenbecken) erfolgt eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittelgabe (Ausscheidungsurographie). Weitere wichtige diagnostische Mittel sind die Durchführung eines CT`s (Metastasierung?, Tumorausdehnung) und die Anfertigung einer Urinzytologie (Suche nach Krebszellen im Urin).
Therapie:
Entscheidend für die Therapie ist das Tumorstadium (pTNM Klassifikation), welches neben der Eindringtiefe und der Ausdehnung auch die Differenzierung eines Tumors (Grading) angibt.
Bei Verdacht auf einen Harnblasentumor erfolgt die transurethrale Elektroresektion des Tumors. Dabei wird dieser elektrisch über die Harnröhre abgeschält und das entfernte Material feingeweblich vom Pathologen untersucht. In den meisten Fällen ist auf diese Weise eine komplette Entfernung möglich. Liegt jedoch eine hohe Eindringtiefe des Tumors oder eine schlechte Tumordifferenzierung (Grading) vor, sollte eine Zystektomie (Blasenentfernung mit Harnableitung) erfolgen.
Bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen oder inoperablen Patienten (Alter, Allgemeinzustand) kann eine Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie erwägt werden.
Wegen häufiger Rezidive (Wiederauftreten) ist eine engmaschige Tumornachsorge unverzichtbar.
Nierenzellkarzinom
Nierenkrebs ist relativ selten. Es können verschiedene Tumorarten unterschieden werden. Am häufigsten ist das Nierenzellkarzinom (Hypernephrom). Es ist eine bösartige Erkrankung die vom Funktionsgewebe der Niere ausgeht. Männer erkranken dreimal häufiger als Frauen, wobei der Häufigkeitsgipfel im 40-70. Lebensjahr liegt. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht für Raucher, bei chronischer Niereninsuffizienz, angeborenen Nierenerkrankungen (z.B. Von-Hippel-Lindau-Syndrom, tuberöse Sklerose), langjährigem Gebrauch bestimmter Schmerzmittel, sowie bei Dialysepatienten und Nierentransplantierten. Bestimmte Umweltfaktoren (Blei, Asbest, aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen, Alkohol, Übergewicht) scheinen ebenfalls in der Entstehung eine Rolle zu spielen. Beschwerden, wie Blut im Urin, Flankenschmerzen, Gewichtsverlust oder ein tastbarer Tumor in der Flanke, treten erst in fortgeschrittenen Tumorstadien auf. Meist werden Nierentumoren zufällig im Rahmen von bildgebenden Untersuchungen (CT, MRT oder Ultraschall) entdeckt. Bei Tumorverdacht ist die operative Nierenfreilegung mit intraoperativer Gewebeuntersuchung die Therapie der Wahl. Eine Probeentnahme von außen (Feinnadelbiopsie) sollte wegen der möglichen Tumorzellverschleppung nicht erfolgen und bleibt Einzelfällen vorbehalten.
Therapie:
Die organerhaltende Nierenteilresektion stellt heute die Standardtherapie bei lokal begrenztem Nierenzellkarzinom dar – auch bei normaler Funktion der Gegenseite. Sie kann offen-chirurgisch, laparoskopisch oder roboterassistiert erfolgen und ermöglicht den Erhalt funktionsfähigen Nierengewebes bei vollständiger Tumorentfernung.
Eine radikale Tumornephrektomie (komplette Entfernung der betroffenen Niere) ist nur bei größeren, zentral gelegenen Tumoren oder ungünstiger anatomischer Lage indiziert, wenn eine Teilresektion nicht durchführbar ist.
Bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom kommt heute eine systemische Therapie mit Immuncheckpoint-Inhibitoren und Tyrosinkinaseinhibitoren zur Anwendung. Die früher übliche Immunchemotherapie ist aufgrund unzureichender Wirksamkeit obsolet. Die Auswahl der Therapie erfolgt leitliniengerecht unter Berücksichtigung individueller Risikofaktoren im interdisziplinären Tumorboard.
Hodentumore
Hodentumore stellen die häufigste bösartige Tumorerkrankung des jungen Mannes zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr dar. Jede Schwellung im Bereich des Hodens (Tastuntersuchung) sollte weiter abgeklärt werden. Bei rechtzeitigem Erkennen ist selbst bei einer bereits erfolgten Metastasierung eine nahezu 100%ige Heilungschance zu erwarten.
Neben einer meist schmerzlosen Hodenschwellung können bei fortgeschrittenen Erkrankungen Rückenschmerzen, eine Brustdüsenvergrößerung, Gewichtsabnahme oder Bluthusten bei Lungenmetastasen hinzutreten.
Zur Diagnostik erfolgen die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung des Hodens und die Bestimmung von Tumormarkern (AFP, ß-HCG, LDH) im Blut.
Therapie:
Bei jedem Verdacht auf eine bösartige Neubildung (Veränderungen im Ultraschall, Erhöhung der Hodentumormarker) hat eine operative inguinale Freilegung des Hodens mit Schnellschnittdiagnostik zu erfolgen. Bestätigt der Pathologe den Verdacht, muss der betroffene Hoden entfernt werden. Je nach Tumortyp (90 % sind Keimzelltumoren) und Tumorstadium müssen ggf. weitere Maßnahmen (Bestrahlung, Chemotherapie, Entfernung von Lymphknoten) durchgeführt werden.
Urogynäkologie
Diagnostik und Therapie der weiblichen Blasenschwäche und Harninkontinenz.
Weitere Informationen zum Fachgebiet
Im Alter von 50 Jahren sind circa 30% der Frauen betroffen, mit 70 Jahren nochmals deutlicher Anstieg.
Die Art der Beschwerden (Inkontinenzformen) variieren mit dem Alter.
Welche wichtigen Formen von Inkontinenz gibt es?
Dranginkontinenz und Drangsymptomatik (Reizblase)
Definition:
Urinverlust nach vorausgegangenem Drangempfinden bzw. ständiger Harndrang
Typisch:
ständiger Harndrang, viele Toilettengänge, geringe Urinmengen
Ursachen:
entzündliche Veränderungen,
Fremdkörper (z.B. Blasensteine),
hormonelle Störungen (Menopause),
nach Operationen, neurogen (z.B. M. Parkinson, MS, Querschnittslähmung, Diabetes), Tumore, Deszensus (Blasensenkung)
Therapie:
Miktionstraining, Beckenbodentraining, Elektrostimulation, medikamentöse Therapie, operative Therapien
Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)
Definition:
Urinverlust bei körperlicher Belastung
Typisch:
Einnässen beim Heben, Husten, Lachen oder Niesen
Ursachen:
unzureichender Verschlussmechanismus nach Geburten, Operationen oder postmenopausal durch Östrogenmangel, Blasensenkung (großen Einfluss hat Gebärmutterentfernung), Bindegewebe oder Muskelschwäche und Übergewicht)
Therapie:
allgemeine Maßnahmen (Gewichtsreduzierung, Vermeidung von Druckerhöhungen im Bauchraum, Stuhlregulation bei chronischer Verstopfung),
Pessarbehandlung (Scheidenringe oder Würfel) bei Scheidensenkung
medikamentöse Therapie, Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation des Beckenbodens, operative Verfahren (z.B. TVT-Band, OP nach Burch usw.)
Mischinkontinenz (gemischte Inkontinenz)
Definition:
Mischbild aus Belastungs- und Dranginkontinenz.
Neurogene Inkontinenz
Definition:
Diese Form der Inkontinenz beruht auf einer neurologischen Grunderkrankung, die eine Fehlfunktion der normalen Blasenfunktion (Speicher- und Entleerungsphase) bewirkt.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Anamnese (Dauer und Natur der Miktionsbeschwerden, vorausgegangene Operationen, Vorerkrankungen, Medikamente usw.), körperliche Untersuchung, Urinuntersuchung (chronische Entzündungen), Ultraschalluntersuchung (insbes. Restharnbestimmung), Blasenspiegelung mit vaginaler Einstellung (Senkung, Zystozele, Östrogenmangel), Urodynamik (Funktionsuntersuchung) und ggf. Röntgenuntersuchungen.
Vorsorge
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
Weitere Informationen
Ziel ist es krankhafte Prozesse und insbesondere bösartige Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Die Krebsvorsorgeuntersuchung des Mannes beinhaltet das Abtasten der Lymphknoten, die genaue Inspektion der Haut, die Untersuchung der Prostata und des äußeren Genitales, die Messung des Blutdruckes, sowie die Stuhluntersuchung auf Blut (Hämoccult-Test).
Diese Untersuchung wird ihnen ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr von ihrer Krankenkasse angeboten. Eine regelmäßige Teilnahme ist sinnvoll und wichtig.
Zusätzlich sollte eine PSA-Bestimmung (Blutuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs), eine Urinuntersuchung (Blut im Urin als Hinweis auf ein Harnblasentumorleiden), sowie eine Ultraschalluntersuchung der Nieren, der Blase und ggf. der Prostata erfolgen.

Ambulante Operationen
Folgende Operationen werden in unserer Praxis ambulant durchgeführt. Diese erfolgen wahlweise in lokaler Betäubung oder in Vollnarkose:
- Beschneidung bei Vorhautverengung (Phimose)
- Blasenspiegelungen (Zystoskopien)
- Entnahme von Prostatagewebe ultraschallgesteuert bei Verdacht
auf Prostatakrebs (Prostatastanzbiospie) - Operationen am äußeren Genitale (z.B. Abszesse, Atherome, Frenulum breve)
- Sterilisationsoperation des Mannes (Vasektomie)
- Stoßwellentherapie bei Nierensteinen (ESWL)
Alle Patienten können nach Beendigung der Operation und Freigabe durch unsere Narkoseärztin die Praxis zeitnah verlassen.







